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"Queen of Bean" | Die exklusivsten Kaffees des Planeten

"Queen of Bean" | Die exklusivsten Kaffees des Planeten

Raphael, gibt es DEN besten Kaffee der Welt?

Neutral betrachtet ist und bleibt die Frage nach dem „besten“ Kaffee natürlich eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks. Welcher der aktuell exklusivste oder auch spektakulärste Kaffee ist, da sind sich die Experten und Gourmets dann doch meist einig. Das lässt sich an ein paar Faktoren wie der Größe der global erhältlichen Menge, dem Aufwand beim An- und Ausbau und natürlich am Wichtigsten, einem charakteristischen und außergewöhnlichen Geschmacksprofil festhalten. Lasst uns eine kleine Zeitreise machen und die Highlights der teuersten Kaffees betrachten.

JAMAICA BLUE MOUNTAIN

Jahrzehntelang galt der exklusive „Jamaica Blue Mountain“ als das Nonplusultra in der Kaffeebranche. Seinen Anfang fand dieser Spitzenkaffee mit Pflanzungen in den Blue Mountains von Jamaika schon 1728. Allein durch die Verpackung des Rohkaffees im kleinen Holzfass hob er sich, wie ein edler fassgereifter Rum, aus der Masse der vielen Jutesäcke heraus. JBM blieb lange mit seinem charakteristischen wirklich sehr aus-gewogenen Geschmacksprofil unangefochtener Champion der teuersten und exklusivsten Rohkaffees. Noch heute gilt er als Rarität und wird vorwiegend nach Japan exportiert. Erst kurz vor dem Ende des letzten Millenniums, als eine kleine Gruppe internationaler Kaffeeexperten sich mit der Vision zusammen-schloss, die besten Kaffees Brasiliens zu finden und Röster und Kaffeebauern zu connecten, zeichnete sich langsam das Ende dieser Ära ab.

CUP OF EXCELLENCE

Im Rahmen dieses Non-Profit-Projekts wurde in Brasilien 1999 der erste Cup of Excellence abgehalten. Er revolutionierte mit seinem neuen transparenten Ansatz den Kaffeemarkt und gilt noch heute als einer der härtesten Wettbewerbe für Rohkaffees. Jahr um Jahr werden beim CoE, mithilfe eines Juroren-Netzwerks internationaler Kaffeeexperten, die besten Kaffees des jeweiligen Erntejahrs gefunden und anschließend online versteigert. Aktuell organisiert der Verband ACE (Alliance For Coffee Excellence) neben weiteren kleinen Projekten, wie dem aktuellen Yemen Project, den CoE in 13 verschiedenen Kaffeeanbauländern.

CoE Gewinner-Kaffees sind geschmacklich top und das Projekt ist eines der, wenn nicht sogar DER  bedeutendste Game-Changer in der Kaffeeindustrie unserer Zeit. Gewinner-Kaffees des Co. erzielen wegen der streng selektierten Qualität in Geschmack, Transparenz und der stark limitierten Lot-Größen, Rekordpreise bei ihren Auktion.

KOPI LUWAK

2007 sorgte der Film „The Bucket list“ ("Das Beste kommt zum Schluss") mit Morgan Freeman und Jack Nicholson für ein kurzweiliges tierisches Intermezzo in der Liste der teuersten und verrücktesten Kaffees der Welt. Der Kopi Luwak wurde allein wegen seiner abgefahrenen Hintergrundstory, um die Selektion und Verarbeitung durch die Zibetkatze, zum teuersten und absolut polarisierendsten Kaffee des Planeten. Anfangs „wild“ auf dem Dschungelboden gesammelt, gab es weltweit angeblich nur ca. 200 kg dieses raren Kaffees. Geschmacklich für Kaffee aus der Region ganz vernünftig, aber die Attraktion der Geschichte war treibender Faktor. Mit global ansteigender Nachfrage, stieg auch die kriminelle Energie und die daraus resultierende Käfighaltung der Tierchen und sorgten für ein jähes Ende des Shootingstars.

GEISHA ARABICA | TEIL 1

DER URSPRUNG UND HACIENDA LA ESMERALDA

Die Anfänge dieser einzigartigen Varietät, sagt man, gehen wie der JBM zurück in die Britische Kolonialzeit. 1936 wurde Captain Richard Whalley, damals Konsul der Bench Maji Region in Abyssinia, vom Landwirtschaftsdirektor in Kenya beauftragt, 10 Pfund Kaffeesamen aus der Region um Mount Gesha für einen Artenkatalog wilder äthiopischer Arabica-Varietäten einzusammeln. Ziel dabei war es, die kommerzielle Nutzbarkeit der Arten zu untersuchen, um sie dann in anderen Kolonien anzubauen. Später haben die Geisha Kaffeesamen ihren Weg über ein Netzwerk unterschiedlicher Gen-Banken und Kaffee-Forschungseinrichtungen gemacht. Ein Teil dieser Samen landete schlussendlich in Costa Rica im Tropical Agricultural Research and Higher Education Center, kurz CATIE  genannt. Wie kamen diese Samen auf die Hacienda?

1967 kaufte der Schwedenamerikanische Bänker Rudolph A. Peterson das Land der heutigen Hacienda Esmeralda, um hier seinen Ruhestand zu verbringen. In den 1970er-Jahren gab sein Sohn Price den Lehrstuhl an der Universität auf, um mit seiner Frau und den beiden Kindern auf die Hacienda zu ziehen und diese zu übernehmen. Damals war die Sorte Geisha ausschließlich für ihre Widerstandsfähigkeit gegen die Blattrost-Kaffeekrankheit bekannt, dieser Grund brachte sie auch auf die Hacienda La Esmeralda.

Erst Ende der 1990er-Jahre begann man Kaffee in Panama zu cuppen und Regionen- und Farmspezifisch zu verkaufen. Durch einen Zufall entdeckte Sohn Daniel das absolut außergewöhnliche Geschmacksprofil der Geisha Varität. Ein Kaffee mit einer noch nie dagewesene Fruchtigkeit. 2004 reichten die Peterson den Kaffee bei dem „Best of Panama“-Kaffeewettbewerb ein und gewannen mit weitem Abstand. Seitdem sind Geisha und die Hacienda La Esmeralda fester Bestandteil der Spezialitäten Kaffeewelt.

GEISHA ARABICA | TEIL 2

ELIDA GEISHA BRICHT ALLE REKORDE

Bevor wir auf den Moment schauen, an dem Familie Lamastus die Schallmauer durchbrach und eine neue Ära an Kaffeepreisen einläutete, ein kleines Porträt der Familie. Die Lamastus Familienanwesen sind ein 1918 von Robert Lamastus gegründeter Zusammenschluss dreier Farmen: Elida Estate, El Burro Estate, Luito Estate. Jede der Farmen befindet sich in einer anderen Region des Hochlands von Panama und hat dementsprechend ein eigenes Mikroklima und Terroir.

Ungefähr die Hälfte des Elida Estates befindet sich innerhalb des Baru National Parks, einem geschützen Öko-Reservat, das gleichzeitig ein Schutzgebiet für exotische Flora und Fauna darstellt. Der Baru Vulkan ist einer der höchsten Vulkane in Mittelamerika und umschließt mit seinen 3475 m Höhe und 14.000 ha Fläche sieben verschiedene Klimazonen. Alle dadurch entstehenden Vorteile wie Anbauhöhen von 1650 m bis 2000 m kann das Elida für sich nutzen und voll auskosten.

Es wird hier unter wirklich grandiosen Konditionen angebaut. Neben der Anbauhöhe, reichhaltig vulkanischer Erde, einzigartigem Mikroklima mit dichtem Nebel während der trockenen Monate und den eher niedrigen Temperaturen, die die Reifung verlangsamen und unglaublich wichtig für die Entwicklung der Bohnen sind. Nicht zu vernachlässigen ist der natürlich bewölkte Regenwald, der die Kaffeebäume umgibt. All diese Faktoren führen zu dieser ausgezeichneten Qualität der Kaffeepflanzen.

DAS ENDE DER FAHNENSTANGE?

Ihr Debüt beim Kaffeewettbewerb Best of Panama hatte Familie Lamastus 2002 mit einem gewaschenen Typica, der ihnen auch gleich den 1. Platz bescherte. In den darauf folgenden Jahren konnten sie einige 2. und 3. Plätze landen, aber erst im Jahr 2016 mit einem gewaschen Geisha an ihren Erfolg von 2002 anknüpfen.

Beim Wettbewerb 2018 war es dann so weit, ihr Geisha-Kaffee platzierte sich mit Geisha Washed und Geisha Natural auf den 1. Plätzen der jeweiligen Kategorie. In der anschließenden Auktion knackten sie die unglaubliche 800 Dollar pro Pfund Marke und erreichten damit einen noch nie dagewesenen Rekord für Rohkaffee weltweit. Ein Jahr lang diskutierte die Kaffeewelt über diesen schwindelerregenden Kaffeepreis – von purer Begeisterung bis hin zu blankem Entsetzen war jede Form der Reaktion dabei. War das noch in irgendeiner Weise verhältnismäßig? Ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Wäre das noch in irgendeiner Form zu toppen? Der Kaffee ist unumstritten außergewöhnlich, und ehrlich gesagt habe ich mir diese Fragen selbst auch gestellt.

Während alle Welt noch wild diskutierte, arbeitete Familie Lamastus mit vereinter Kraft und voller Akribie an der Ernte, die sie endgültig in den Olymp der Kaffeewelt heben sollte. Für den Wettbewerb 2019 haben sie ihre Ausbaumethoden weiter entwickelt und perfektioniert.

Der Tag der Verkündung, wer in welcher Kategorie beim Best of Panama 2019 gewonnen hat, kam und mit ihm gab es erneut zwei erste Plätze für Familie Lamastus. Bei der darauf folgenden Auktion schoss der Preis für ihre Kaffees in nie dagewesene Höhen und landete auf unglaublichen 1,029.00 Dollar pro lb (Pfund). Das waren über 1000 Dollar für knapp 400 g ungerösteten Kaffees. Was die ganze Situation noch surrealer macht, ist die Tatsache, dass der Preis an der Börse für ein Pfund Arabica damals unter einem Dollar lag.

Wir machen einen Sprung nach vorn in das Hier und Jetzt. Ihr könnt euch bestimmt das Glänzen in unseren Augen und das Grinsen vorstellen, als wir ein Paket von Wilford Lamastus mit einer Auswahl der diesjährigen Lots ihrer Farmen bekamen. Schon beim Vorbereiten der Samples durchströmte ein intensives Aroma von Bergamotte und Jasmin unser Cupping-Labor. Die Verkostungsrunde erlebte dann ein Feuerwerk der Sinne, fernab vom normalen Kaffee-Geschmacksprofil mit Beschreibungen die eher an eine Wein- oder Champagnerverkostung erinnern als an Kaffee. Unseren Favoriten – ein Geisha der Verarbeitung „Natural Anaerobic Slow Dry Dowsed“– haben wir kurzerhand gekauft und vakuumverpackt in kleinen Kisten erhalten. In einem Wort ausgedrückt: eine wahre Fruchtexplosion!

Letzte Woche kam dann der Moment der Wahrheit, sollte es Familie Lamastus wieder auf das Treppchen schaffen? Kann ihr Rekord wieder geknackt werden? Den ersten Teil können wir heute schon beantworten, sie haben es wieder geschafft, ihr gewaschener Geisha hat Silber geholt. Ob auch dieses Jahr der Weltrekord in Sachen Preis geknackt wird, muss sich noch zeigen.

MEHR ALS EINE TIERISCHE STORY

Um in die Riege der exklusivsten und besten Kaffees zu kommen und dort zu bleiben benötigt es mehr als nur eine „tierisch“ gute Story, der Kaffee muss auch in dem Meer von exzellenten Kaffees durch sein einmaliges Aroma hervorstechen und kontinuierlich Bestleistung bringen. Aktuell scheint der Thron in fester Hand der Arabica Sorte Geisha bzw. Gesha und dem Land Panama zu sein. Aber was bringt die Zukunft? Aktuell ist global einiges in Bewegung, es wird viel geforscht und entdeckt. Gerade in Äthiopien und dem Yemen, den traditionellen Heimatregionen der Coffea-Pflanze, gibt es grandiose Entdeckungen … aber das ist eine andere Story.

Unser Geisha wird bei Supremo an festen Tagen geröstet, damit man den Kaffee dann top frisch und optimal geröstet genießen kann. Wer den Kaffee mal probieren möchte, der findet hier:

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